von Benjamin Franz-
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D’Artagnan aus Thierlstein

„Ich will unbedingt Fechten lernen!“ , schreib ein junger Bursche aus Thierl- stein dem Further Fechtmeister Ernst Wild. Wie sein Vorbild D’Artagnan, der unbedingt Musketier werden will, setzt auch der 13jährige Bruno alle Hebel in Gang, um am Fechtunter- richt teilnehmen zu können. Wer oder was das Interesse für die altertüm- liche Duellkunst weckte, lässt sich nicht genau rekonstruieren. „Von uns hat er das jedenfalls nicht.“, beteuern die Eltern.

Natürlich hat jeder schon mal in der Kindheit ein Holzschwert geschwun- gen, einen schwarzen Ritter besiegt, oder im Alleingang ein ganzes König- reich erobert. Bei Bruno von Bieber- stein, könnte man da aber eine ver- erbte Neigung vermuten. Die Familie, vor gut 15 Jahren aus Norddeutsch- land nach Thierlstein gezogen, wur- zelt im ostpreußischen Adel. Pol- nische Herzöge reihen sich in Brunos Stammbaum. Zur Zeiten der Hoheiten gehörte das Tragen eines Degens oder Säbels nicht nur zum guten Ton sondern war eine Notwendigkeit. So dürfte sich auch der geschickte Um- gang mit der schneidigen Waffe für manchen, lebensverlängernd aus- gewirkt haben. Eine blutige Angele- genheit ist Fechten heute glücklich- erweise nicht mehr, was Bruno aber schätzt, ist der elegante Zweikampf und die Magie einer edlen Klinge. „Gerne würde er sich selber ein ei- genes Schwert schmieden“ , verrät

 
   
seine Mama.An Gefahr mag sie nicht Denken und meint: „Bei den Wild´s in Furth ist Bruno in guten Händen.“ Wie sein Held, D’Artagnan kann der wackere Fechtschüler natürlich auch vorzüglich reiten, betreib sein Vater
 
doch die Pferde - Klinik unterm Thierlsteiner Schloss. Zweifellos wür- de er also auch in ein paar Jahren mit dem Further-Drachen fertig werden. Da darf Bruno von Bieberstein aber dann leider nur zuschauen.