D’Artagnan aus Thierlstein
„Ich
will unbedingt Fechten lernen!“ , schreib ein junger
Bursche aus Thierl- stein dem Further Fechtmeister Ernst
Wild. Wie sein Vorbild D’Artagnan, der unbedingt Musketier
werden will, setzt auch der 13jährige Bruno alle Hebel
in Gang, um am Fechtunter- richt teilnehmen zu können.
Wer oder was das Interesse für die altertüm- liche
Duellkunst weckte, lässt sich nicht genau rekonstruieren.
„Von uns hat er das jedenfalls nicht.“, beteuern
die Eltern.
Natürlich hat jeder schon mal in der Kindheit ein Holzschwert
geschwun- gen, einen schwarzen Ritter besiegt, oder im Alleingang
ein ganzes König- reich erobert. Bei Bruno von Bieber-
stein, könnte man da aber eine ver- erbte Neigung vermuten.
Die Familie, vor gut 15 Jahren aus Norddeutsch- land nach
Thierlstein gezogen, wur- zelt im ostpreußischen Adel.
Pol- nische Herzöge reihen sich in Brunos Stammbaum.
Zur Zeiten der Hoheiten gehörte das Tragen eines Degens
oder Säbels nicht nur zum guten Ton sondern war eine
Notwendigkeit. So dürfte sich auch der geschickte Um-
gang mit der schneidigen Waffe für manchen, lebensverlängernd
aus- gewirkt haben. Eine blutige Angele- genheit ist Fechten
heute glücklich- erweise nicht mehr, was Bruno aber
schätzt, ist der elegante Zweikampf und die Magie einer
edlen Klinge. „Gerne würde er sich selber ein
ei- genes Schwert schmieden“ , verrät